Während die Gesundheitskrise im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie noch immer präsent ist, haben sich Angestellte neue Arbeitsgewohnheiten angeeignet, insbesondere im Bereich des Homeoffice. Dies hat etablierte Regeln des Zeitmanagements grundlegend verändert. Unternehmen mussten sich zwar schnell an die Lockdowns anpassen, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten, doch Homeoffice erwies sich als eine der wichtigsten Lösungen zur Bewältigung dieser Krise. Die Umsetzung neuer Zeitmanagementvereinbarungen gestaltet sich jedoch für Personalabteilungen komplex, da sie die Erwartungen der Angestellten mit den Bedenken der Arbeitgeber in Einklang bringen müssen. Welche Herausforderungen ergeben sich bei diesem Ausgleich?
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Die Gesundheitskrise hat die Unterschiede zwischen Mitarbeitern, die ihre Arbeitszeit flexibel gestalten können, und solchen, denen dies nicht möglich ist, verschärft. Beispielsweise haben Fabrikarbeiter am Fließband im Gegensatz zu Entwicklern keine Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten oder ihre Arbeitszeiten selbst zu wählen.
Alle Mitarbeiter streben jedoch danach, ihre Arbeit unter optimalen Bedingungen zu erledigen. Dies stellt Personalabteilungen vor eine große Herausforderung: Wie lässt sich eine Arbeitsorganisation umsetzen, die sowohl den Bedürfnissen derjenigen gerecht wird, für die Homeoffice möglich ist, als auch derjenigen, für die es nicht möglich ist?
Um diese Frage zu beantworten, ist eine Neudefinition des traditionellen Zeitmanagements notwendig. Darüber hinaus ist es ein entscheidender Faktor für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz!
DIE HERAUSFORDERUNG DES LEISTUNGSMANAGEMENTS: EINE STRATEGISCHE ANGELEGENHEIT
Die Produktivität von Mitarbeitern im Homeoffice wird oft hinterfragt, lässt sich aber nicht eindeutig beantworten.
Obwohl sich die Arbeitszeiten von Mitarbeitern im Homeoffice von denen im Büro unterscheiden, scheint ihre Produktivität höher zu sein. Laut einem Bericht des Nationalen Produktivitätsrats (CNP) wirkt sich Homeoffice positiv auf die Unternehmensproduktivität aus.
Die Gründe für diese Produktivitätssteigerung sind vielfältig und individuell: weniger Pendelzeit, kein Stress durch öffentliche Verkehrsmittel, flexible Arbeitszeiten usw.
Daher reicht es nicht mehr aus, lediglich die Arbeitsstunden von Mitarbeitern im Homeoffice zu erfassen. Der Fokus sollte vielmehr auf der Überprüfung der Aufgabenerledigung liegen, unabhängig vom Zeitaufwand. Arbeitsorganisation und Zeitmanagement-Tools müssen die zunehmende Verbreitung von Homeoffice im Leistungsmanagement berücksichtigen.
DIE BEDEUTUNG SOZIALER VERBINDUNGEN UND DIE GRENZE ZWISCHEN BERUFLICHEM UND PRIVATLEBEN
Wenn Telearbeit zur Regel wird, verlieren Mitarbeitende nach und nach den sozialen Kontakt zu ihrem Arbeitgeber und ihren Kollegen. Die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen, und das Abschalten fällt schwer.
Um eine Krise zu vermeiden, ist es für Unternehmen unerlässlich, die sozialen Kontakte aufrechtzuerhalten. Dazu müssen sie ihren Mitarbeitenden effektive Management- und Kommunikationsinstrumente zur Verfügung stellen.
Auch wenn Telearbeit keine dauerhafte physische Verbindung zwischen Mitarbeitenden und Arbeitgebern ermöglicht, spielen diese Instrumente eine entscheidende Rolle für den Erhalt sozialer Bindungen.
DIE ORGANISATORISCHE HERAUSFORDERUNG UND DIE ERZWUNGENE ENTWICKLUNG VON MANAGEMENTMODELLN
Führungskräfte sahen sich mitten in diesen Veränderungen und fühlten sich mitunter unzureichend gerüstet, ihre Teams aus der Ferne zu führen.
Die Managementpraktiken mussten sich hin zu mehr Autonomie und Vertrauen in die Mitarbeitenden weiterentwickeln. Nach und nach passten sich die Führungskräfte an, um die Leistung ihrer Teams zu beurteilen und regelmäßigen Kontakt zu ihren Kolleginnen und Kollegen zu pflegen.
In diesem Zusammenhang musste das Management – mitunter in rasantem Tempo – neue Managementmodelle umsetzen, die oft noch theoretisch bleiben: Manager-Coaching, kontinuierliches Feedback, Talentförderung … ein notwendiges Übel!
Remote-Arbeit: Ein dauerhafter und grundlegender Trend…
Insgesamt haben sich Unternehmen gut an die durch die Gesundheitskrise bedingten Veränderungen angepasst. Homeoffice war zunächst eine kurzfristige Lösung, ist aber heute in vielen Unternehmen weit verbreitet.
Dieser Trend dürfte sich fortsetzen, da Unternehmen feststellen, dass Homeoffice die Produktivität nicht negativ beeinflusst.
Allerdings gibt es noch Herausforderungen, bevor Homeoffice zum Standard wird: die Verwaltung von Büroflächen, die Aufrechterhaltung der Unternehmenskultur, die Bekämpfung von Isolation bei den Mitarbeitern, die Leistungsmessung usw.
Werden Unternehmen, die diesen Herausforderungen gewachsen schienen und von der langfristigen Bedeutung des Homeoffice überzeugt waren, den Schritt tatsächlich wagen?
Fortsetzung folgt…
