#Standpunkt

Selbstmanagement und Leistung: Die Beiträge der Sportwelt zur Arbeitswelt!

3/07/2024
Haben Sie sich jemals gefragt, warum trotz Überstunden und ständiger Anstrengung Höchstleistungen scheinbar unerreichbar blieben?
Die Gestaltung des Berufslebens ähnelt der Karriereplanung eines Spitzensportlers: Es ist wichtig, Körper und Geist zu kontrollieren! Optimale Leistung hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die weit über einfaches Training oder direkte Anstrengung hinausgehen.
So wie ein Sportler Ruhe, Ernährung und Stressbewältigung höchste Priorität einräumen muss, so muss auch in der Arbeitswelt diesen Elementen, die sich indirekt auf unsere Fähigkeit auswirken, effektiv zu arbeiten, ähnliche Aufmerksamkeit geschenkt werden – die leider allzu oft vergessen wird.
Wenn wir sie ignorieren, kann das nicht nur die Qualität und Quantität unserer Arbeit, sondern auch unsere Gesundheit gefährden.
Ruhe ist eine Notwendigkeit, kein Luxus!

Sportler, die die Bedeutung von Schlaf vernachlässigen oder sich nicht ausreichend erholen, riskieren Übertraining, chronische Erschöpfung und Verletzungen (Doherty et al., 2021; Cunha et al., 2023).

NBA-Superstar LeBron James gibt beispielsweise an, dass er durch bis zu elf Stunden Schlaf pro Nacht optimal regeneriert und Höchstleistungen erbringt (Connley, 2018).

Ähnlich verhält es sich auch in der Berufswelt, wo Schlafmangel und die ständige Erreichbarkeit zu Burnout führen können.

Chronischer Schlafmangel erhöht beispielsweise den Cortisolspiegel im Körper und verringert die Stressresistenz (Nollet et al., 2020). Studien haben zudem gezeigt, dass Schlafmangel das Lernen neuer Inhalte erschwert (Newbury et al., 2021) und die Konzentrations- und Reaktionszeit beeinträchtigt (Amanda et al., 2020).

Schlaf spielt daher eine entscheidende Rolle. So schläft beispielsweise der Investmentexperte Warren Buffett acht Stunden oder mehr pro Nacht und erklärt, dass dies entscheidend dafür sei, tagsüber wach und leistungsfähig zu sein (Adamczyk, 2023).

LEBENSMITTEL: DER TREIBSTOFF UNSERER EFFIZIENZ

Die richtige Ernährung für Spitzensportler sorgt für maximale Energie im Training und Wettkampf, fördert die schnelle Muskelregeneration und unterstützt Muskelwachstum und -reparatur (Richards, 2021).

Im Berufsleben ist eine ausgewogene Ernährung unerlässlich. Eine gesunde Ernährung mit essenziellen Nährstoffen wie Omega-3-Fettsäuren, hochwertigem Eiweiß und Kohlenhydraten mit niedrigem glykämischen Index trägt beispielsweise zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels bei, reduziert Entzündungen und unterstützt eine optimale Gehirnfunktion (Grimani, 2019).

Der Verzehr bestimmter Lebensmittel, wie eisenreiches grünes Blattgemüse und antioxidantienreiche Beeren, in Kombination mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr, kann die Konzentrationsfähigkeit direkt verbessern (Drewnowski, 2020; Ekstrand et al., 2021).

Eine ungesunde Ernährung hingegen, beispielsweise mit zu viel Zucker oder Fett, verkürzt die Aufmerksamkeitsspanne (Ginieis, 2018; Caldwell, 2020).

STRESS: DER UNSICHTBARE GEGNER DER LEISTUNG

Eine Studie im Sportbereich zeigte, dass Stress Konzentration, Entscheidungsfindung, Koordination, Energieniveau und Motivation beeinträchtigt und somit die körperliche Leistungsfähigkeit mindert (Rano, 2019).

Berufsbedingter Stress wirkt sich negativ auf kognitive Fähigkeiten, Erholung und Essgewohnheiten aus und reduziert dadurch Produktivität und Arbeitsqualität (Abramson, 2022).

Darüber hinaus verringert chronischer Stress das Engagement und die Motivation der Mitarbeitenden und erhöht die Fehlzeiten (Chen et al., 2022). Ein Denkanstoß!

FINDEN SIE LÖSUNGEN… UND HANDELN SIE!

Letztendlich ist der bedeutende Einfluss von Schlaf, Ernährung und Stressmanagement auf die berufliche Leistung zwar anerkannt, doch besteht im Berufsleben (in der Schweiz wie anderswo) noch erhebliches Verbesserungspotenzial.

Dies ist eine gemeinsame Verantwortung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, die beide ihren Beitrag zur Förderung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz leisten können.

Für Arbeitnehmer ist es hilfreich zu verstehen oder sich vorzustellen, dass berufliche Kompetenz vergleichbar ist mit der eines Athleten. Wie Kastor (2018) feststellt: „Athlet zu sein ist ein Lebensstil: Was wir außerhalb des Trainings tun, zählt genauso viel wie die Anstrengung währenddessen.“

Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, in unser Wohlbefinden zu investieren, um unsere Gesamtleistung zu verbessern. So wie Athleten oft die Initiative ergreifen müssen, um zu lernen, sich weiterzuentwickeln und Informationen jenseits der Ratschläge ihrer Trainer einzuholen, muss jeder Arbeitnehmer proaktiv für seine Erholung, Ernährung und sein Stressmanagement sorgen.

Heutzutage steht online eine Fülle von Informationen und Ressourcen kostenlos zur Verfügung, die jedem die Möglichkeit bieten, sich weiterzubilden und Neues auszuprobieren. Dieser Prozess ist sehr individuell: Was für den einen funktioniert, muss nicht zwangsläufig auch für den anderen funktionieren.

Wichtig ist, durchzuhalten, aus Fehlern zu lernen, verschiedene Strategien auszuprobieren und diese an die eigenen Reaktionen und Bedürfnisse anzupassen, um so einen individuellen Weg zur gewünschten Leistung zu finden.

Organisationen müssen andererseits Verantwortung übernehmen und diese Aspekte der Gesundheit kontinuierlich wertschätzen. Die geeigneten Maßnahmen hängen stark vom jeweiligen Kontext der Organisation ab.

EINIGE "GRUNDLEGENDE" MASSNAHMEN ZUR EINFÜHRUNG… VON ACT-ON SCHWEIZ!

  • Die Einführung flexibler Arbeitszeiten ermöglicht es jedem Mitarbeiter, Arbeit und Erholung nach seinem eigenen Rhythmus in Einklang zu bringen und somit einen besseren Schlaf zu fördern.
  • Richten Sie einen speziellen Raum für Ruhe und Meditation ein, in dem sich die Mitarbeiter mit kurzen 20-minütigen Nickerchen erholen können, die bekanntermaßen einen positiven Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit haben (Dutheil et al., 2021).
  • Fördern Sie die Eigenverantwortung der Mitarbeiter für ihr Wohlbefinden, indem Sie sie für die Bedeutung von Ruhe, ausgewogener Ernährung und Stressbewältigung sensibilisieren und sie entsprechend schulen. Bieten Sie ihnen gleichzeitig Unterstützung bei der Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen an.
  • Um gesunde und kostengünstige Lebensmitteloptionen am Arbeitsplatz anzubieten und so den Zugang zu angemessener Ernährung zu fördern und zu erleichtern.

Um langfristig eine gesunde Organisation zu entwickeln, ist es entscheidend, Wohlbefinden durch die Beeinflussung der Unternehmenskultur in die Kernwerte zu integrieren – auch wenn dieser Prozess Zeit braucht.

Dies erfordert vorbildliche Führung seitens der Manager, die Förderung und Anerkennung von Maßnahmen zur Förderung des Wohlbefindens im Arbeitsalltag sowie die Unterstützung einer offenen Kommunikation über körperliche und seelische Gesundheit.

Haben Sie eine Idee? Ein Projekt? Unsere Teams unterstützen Sie gerne bei der Umsetzung dieses Themas… in Frankreich, der Schweiz, Belgien, Deutschland… Kontaktieren Sie uns!

Notes de bas de page :

Abramson, A. (2022). The burnout and stress spectrum. APA Monitor on Psychology, 53(1). Récupéré de https://www.apa.org/monitor/2022/01/special-burnout-stress

Adamczyk, A. (2023, Août 30). 93-year-old Warren Buffett, the most famous investor alive, has a remarkably healthy work-life balance. Fortune. https://fortune.com/2023/08/30/warren-buffett-work-life-balance-susprisingly-healty/

Caldwell, A. E. (2020). Our ability to focus may falter after eating one meal high in saturated fat. The Ohio State University News. Récupéré de https://news.osu.edu/our-ability-to-focus-may-falter-after-eating-one-meal-high-in-saturated-fat/

Chen, B., Wang, L., Li, B., & Liu, W. (2022). Work stress, mental health, and employee performance. Frontiers in Psychology, 13. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2022.1006580

Connley, C. (2018, Décembre 8). LeBron James reveals the nighttime routine that helps him perform ‘at the highest level’. CNBC. https://www.cnbc.com/2018/12/21/lebron-james-reveals-the-nighttime-routine-that-sets-him-up-for-success.html

Cunha, L. A., Costa, J., Marques, E. A., Brito, J., Lastella, M., & Figueiredo, P. (2023). The impact of sleep interventions on athletic performance: A systematic review. Sports Medicine - Open, 9(1). https://doi.org/10.1186/s40798-023-00599-z

Doherty, R., Madigan, S. M., Nevill, A. M., Warrington, G. D., & Ellis, J. (2021). The sleep and recovery practices of athletes. Nutrients, 13(4), 1330. https://doi.org/10.3390/nu13041330

Drewnowski, A. (2019). Impact of nutrition interventions and dietary nutrient density on productivity in the workplace. Nutrition Reviews, 78(3), 215-224. https://doi.org/10.1093/nutrit/nuz088

Dutheil, F., Danini, B., Bagheri, R., Fantini, M. L., Pereira, B., Moustafa, F., Trousselard, M., & Navel, V. (2021). Effects of a short daytime nap on the cognitive performance: A systematic review and meta-analysis. International Journal of Environmental Research and Public Health, 18(19), 10212. https://doi.org/10.3390/ijerph181910212

Ekstrand, B., Scheers, N., Rasmussen, M. K., Young, J. F., Ross, A. B., & Landberg, R. (2020). Brain foods - the role of diet in brain performance and health. Nutrition Reviews, 79(6), 693-708. https://doi.org/10.1093/nutrit/nuaa091

Ginieis, R., Franz, E. A., Oey, I., & Peng, M. (2018). The “sweet” effect: Comparative assessments of dietary sugars on cognitive performance. Physiology & Behavior, 184, 242-247. https://doi.org/10.1016/j.physbeh.2017.12.010

Grimani, A., Aboagye, E., & Kwak, L. (2019). The effectiveness of workplace nutrition and physical activity interventions in improving productivity, work performance and workability: A systematic review. BMC Public Health, 19(1). https://doi.org/10.1186/s12889-019-8033-1

Hudson, A. N., Van Dongen, H. P. A., & Honn, K. A. (2019). Sleep deprivation, vigilant attention, and brain function: A review. Neuropsychopharmacology, 45(1), 21-30. https://doi.org/10.1038/s41386-019-0432-6

Kastor, D., & Hamilton, M. (2018). Let your mind run : A Memoir of Thinking My Way to Victory. Crown.

Newbury, C. R., Crowley, R., Rastle, K., & Tamminen, J. (2021). Sleep deprivation and memory: Meta- analytic reviews of studies on sleep deprivation before and after learning. Psychological Bulletin, 147(11), 1215-1240. https://doi.org/10.1037/bul0000348

Nollet, M., Wisden, W., & Franks, N. P. (2020). Sleep deprivation and stress: A reciprocal relationship. Interface Focus, 10(3), 20190092. https://doi.org/10.1098/rsfs.2019.0092

Rano, J., Fridén, C., & Eek, F. (2019). Effects of acute psychological stress on athletic performance in elite male swimmers. Journal of Sports Medicine and Physical Fitness, 59(6). https://doi.org/10.23736/s0022-4707.18.08493-1

Richards, E. (2021). Nutrition for athletes. Medical News Today. Récupéré de https://www.medicalnewstoday.com/articles/nutrition-for-athletes

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