#Standpunkt

„Die Welt im Jahr 2025 vom Economist“: ein Jahr des Wandels… und der Unsicherheit!

18/12/2024

Wie jedes Jahr veröffentlicht The Economist seine Sonderausgabe „Die Welt vor uns“, die die wichtigsten Trends und Ereignisse des kommenden Jahres beleuchtet. Neben der stets prophetischen Titelseite, die Raum für Interpretationen und Fantasie lässt, bietet Ihnen die ACT-ON GROUP Ende 2024 eine kurze, zukunftsweisende Zusammenfassung mit Fokus auf die zehn Schlüsselthemen, die das Jahr 2025 prägen werden: eine Zeit voller Veränderungen und Unsicherheit!

1 - DONALD TRUMP… AMERIKAS WAHL!

Donald Trumps Sieg 2024 und seine Rückkehr ins Weiße Haus 2025 werden tiefgreifende Auswirkungen haben, nicht nur auf die Vereinigten Staaten, sondern auf die ganze Welt. Die „America First“-Politik könnte traditionelle US-Bündnisse schwächen und reale Folgen für das globale Machtgleichgewicht, den Handel, die Migration, die nukleare Weiterverbreitung und die Geopolitik (EU, Ukraine, Naher Osten, Asien) haben. All dies geschieht vor dem Hintergrund einer komplexen Multipolarisierung (und der Entdollarisierung), vor dem Hintergrund von Kriegsgebieten und mit dem nachgewiesenen Risiko globaler Spannungen, insbesondere mit China und Russland.

2 - DIE WÄHLER WOLLEN VERÄNDERUNG…

Die verschiedenen Wahlen des Jahres 2024 führten zu beispiellosen Wahlniederlagen etablierter Parteien. Einige wurden abgewählt (wie in den USA und Großbritannien), andere zu Koalitionen gezwungen (wie in Indien und Südafrika), wieder andere zu einer Koalitionsbildung (wie in Taiwan und Frankreich). Daher wird 2025 unweigerlich ein Jahr hoher Erwartungen der Wähler sein. Es bleibt die Frage, ob die politischen Führer diese Erwartungen erfüllen können. Werden sie ihre Versprechen halten? Werden sie den so dringend benötigten Wandel einleiten? Andernfalls könnte die Unzufriedenheit in Unruhen umschlagen.

3 - VERSTÄRKTE GLOBALE ORDNUNG

Trump könnte die Ukraine zu einem Abkommen mit Russland drängen und Israel in seinen Konflikten im Gazastreifen, im Libanon oder an der syrischen Grenze freie Hand lassen. Die eher transaktionsorientierte Haltung der USA, geprägt von Skepsis gegenüber internationalen Verpflichtungen, könnte Akteure wie China, Russland, Iran und Nordkorea zu verstärkten regionalen Einmischungen ermutigen, wie man es im Sudan beobachten konnte. Im Falle von Spannungen um Taiwan oder im Südchinesischen Meer ist das amerikanische Engagement für China alles andere als sicher.

4 - ZUNEHMENDE HANDELSRUVALENZEN

Derzeit äußert sich die Rivalität zwischen den USA und China vor allem in einem Handelskrieg, in dem die USA die Zölle, auch auf Waren ihrer Partner, erhöhen. Als Reaktion darauf versuchen chinesische Unternehmen, diese Beschränkungen zu umgehen, indem sie Niederlassungen im Ausland, insbesondere in Mexiko und Ungarn, gründen und gleichzeitig neue Märkte im globalen Süden erschließen. Anstatt sich abzukoppeln, verfolgen sie trotz eines zunehmend protektionistischen Klimas weltweit eine Strategie der internationalen Expansion.

5 - DER "BOOM" DER "GRÜNEN" TECHNOLOGIEN

Die chinesische Regierung hat zur Kompensation der schwächelnden Binnenwirtschaft auf massive Exporte von Solarmodulen, Batterien und Elektrofahrzeugen gesetzt. Diese Strategie hat weltweit zu einem Nachfrageboom geführt, der alle Prognosen übertroffen hat, insbesondere im Bereich Solarenergie und -speicherung. Dieser Wendepunkt könnte schon bald zeigen, ob die globalen Emissionen ihren Höhepunkt erreicht haben oder nicht.

6 - DAS ENDE DER INFLATION… UND WAS DANN?

Die großen Zentralbanken der Industrieländer feiern bereits ihren Sieg über die Inflation mit Zinssenkungen. Doch die westlichen Volkswirtschaften stehen vor neuen Herausforderungen: Verschuldung inmitten der Deflation und die drohende Gefahr einer Stagflation. Um diese zu bewältigen, müssen sie ihre Staatsdefizite drastisch reduzieren. Dies erfordert Steuererhöhungen, Ausgabenkürzungen und wachstumsfördernde Maßnahmen. Gleichzeitig müssen viele Länder mehr Mittel für die Verteidigung bereitstellen. Diese wirtschaftlichen Anpassungen dürften schmerzhaft sein. In den Vereinigten Staaten könnte eine übermäßig protektionistische Politik mit hohen Zöllen das Wachstum ersticken und die Inflation erneut anheizen.

7 - ANTIKE FRAGEN… UND EIN DEMOGRAFISCHER UMBRUCH

Während die USA die ältesten Präsidenten ihrer Geschichte gewählt haben, ist es offensichtlich, dass die Staats- und Regierungschefs weltweit – genau wie ihre Bevölkerungen – altern. Möglicherweise sollten wir mit vermehrten Diskussionen über Altersgrenzen für politische Führungskräfte rechnen. China sucht derweil in einer alternden Welt nach wirtschaftlichen Chancen. In einigen Teilen des Nahen Ostens könnte jedoch eine schnell wachsende junge Bevölkerung in Verbindung mit Arbeitsplatzmangel zu regionaler Instabilität führen und erhebliche Migrationsbewegungen auslösen.

8 - KI… IN EINEM ENTSCHEIDENDEN… UND KRITISCHEN MOMENT!

Dies ist zweifellos das größte Wagnis der Wirtschaftsgeschichte: Über eine Billion Dollar wurden in Rechenzentren für künstliche Intelligenz investiert. Und das, obwohl Unternehmen noch immer Schwierigkeiten haben, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und die Verbreitung begrenzt bleibt (obwohl viele Mitarbeiter sie heimlich nutzen). Werden die Investoren die Geduld verlieren? Oder wird sich KI bewähren? Dies gilt insbesondere mit dem Aufkommen effizienterer „agentischer“ Systeme oder komplexer autonomer Anwendungen wie der Entwicklung neuer Medikamente, selbstfahrender Autos usw.

9 - DIE HERAUSFORDERUNGEN DER FREIWEGBEWEGUNG

Die globale Mobilität von Menschen, zusätzlich zum Warenverkehr, stößt auf zunehmende Hindernisse. Globale Konflikte beeinträchtigen den internationalen Flugverkehr, während Europa seine Grenzkontrollen verschärft und damit das Schengen-System schwächt. Wird die Gegenreaktion gegen den „Übertourismus“ anhalten oder abflauen? Es scheint, als würden die von vielen Städten, von Amsterdam bis Venedig, verhängten Beschränkungen bestehen bleiben.

10 - DAS LEBEN BLEIBT VOLLER ÜBERRASCHUNGEN!

Zwischen Attentatsversuchen während der US-Präsidentschaftswahlen, mit Sprengstoff präparierten Funkgeräten, von Roboterarmen geborgenen Raketen und dem Sturz von Baschar al-Assad … eine Lehre aus dem Jahr 2024 ist, dass wir mit allem rechnen müssen … und vor allem mit dem Unvorstellbaren. Welche unwahrscheinlichen Ereignisse könnten das Jahr 2025 prägen? Zu den „absonderlichen“ Szenarien, die es zu beobachten gilt, gehören: ein verheerender Sonnensturm, die Entdeckung verschollener antiker Texte, eine neue globale Pandemie … Die Zeit wird es zeigen!

In der Sonderausgabe „Die Welt 2025“ diskutieren Journalisten des „Economist“ gemeinsam mit führenden Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und anderen Bereichen.

Zu den Autoren gehören Edgars Rinkevics, Präsident Lettlands; Javier Milei, Präsident Argentiniens; Sarah C. Paine, Professorin am U.S. Naval War College; Comfort Ero, Präsidentin der International Crisis Group; Fei-Fei Li, Professorin an der Stanford University und Pionierin der Künstlichen Intelligenz; Casey Handmer, CEO von Terratorm Industries; und Tristram Hunt, Direktor des Victoria and Albert Museums.

Sie teilen ihre Gedanken und Prognosen für das kommende Jahr.

Couverture The economist 2025

Den vollständigen Text finden Sie in:
The Economist - The World Ahead 2025

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